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Matthias Heitmann  Klartext

Greenpeace fordert Verbot des olympischen Fackelzuges

Nach den Boykottaufrufen wegen der Menschenrechtslage in Tibet macht sich nun auch Greenpeace für ein grundlegendes Hinterfragen des olympischen Gedankens stark.



Hamburg, 32.3.08 – Es sei „eine Schande, wie trotz Klimawandel und Luftverschmutzung völlig unnötige Energieverschwendung unter dem Deckmantel des olympischen Gedankens betrieben" werde, ließ Greenpeace-Pressesprecherin Lirpa Zresch in ihrer heute veröffentlichen Stellungnahme ihren Emotionen freien Lauf. Seit gestern befindet sich das olympische Feuer auf Weltreise und wird in den Monaten bis zum Beginn der Spiele alle Kontinente bereisen. Schon mehrfach hatten Umweltschützer in den vergangenen Monaten auf die Risiken dieses archaischen Rituals hingewiesen, das neben der fortwährenden Emission von Klimagasen insbesondere auch in Waldbrandgebieten katastrophale Konsequenzen haben könnte.


Aber auch ganz grundsätzlich sei „die Nachhaltigkeit des olympischen Gedankens zu bezweifeln“, hieß es in der Greenpeace-Erklärung weiter. Schließlich gehe es bei sportlichen Wettkämpfen ja darum, um nahezu jeden Preis die beste Leistung zu erbringen und die Gegner zu demütigen, was weder dem Ziel einer humaneren Welt noch dem Gedanken der globalen Kooperation entspräche. Dass darüber hinaus Zehntausende Athleten aus aller Welt für wenige Tage an einen Ort verbracht würden, sei ökologisch katastrophal und könnte zudem die Verbreitung lokaler Krankheiten beschleunigen. „Hier wird unter dem Deckmantel einer menschlicheren Welt die Umwelt mit Füßen getreten", ließ der Hamburger Verein, der weiterhin um die Aberkennung seiner Gemeinnützigkeit bangen muss, verlautbaren.


Zudem wiesen Kritiker auf die historische Bedeutung von Fackelzügen hin. Das Tragen von Fackeln in der Öffentlichkeit sollte insbesondere für uns Deutsche alarmierend sein, betont Historiker Dr. Gutfried Gutmann von der Universität Marburg. Eine Fackel über den ganzen Globus zu tragen, stellt ihm zufolge somit nicht nur eine globale Umweltverschmutzung, sondern auch eine „Verschmutzung unseres historischen Gewissens“ dar. Feuer, so Gutmann weiter, habe seit jeher eine bellizistische Rolle gespielt. Auf die gesundheitlichen Folgen, die der Fackelrauch bei den Trägern der olympischen Fackel nach sich zieht, wies der Mediziner Dr. Tomas Oleranz hin. Wer bei körperlicher Anstrengung Rauch einatme, erhöhe sein Lungenkrebsrisiko um satte 10 Prozent.



Siehe hierzu auch: "Aprilscherz und Sommerloch vor der Ausrottung"