In Zeiten, in denen bekennende Maoisten wie der Fußballer Paul Breitner für Deutschland Titel einheimsten, hätte man derlei wohl kaum erlaubt. Noch im letzten Jahr sah sich der Fußball-Weltverband Fifa genötigt, Profifußballern das Zurschaustellen „politischer, religiöser sowie persönlicher Schriftzüge“ auf Unterhemden, die gerne im Zuge ausschweifenden Torjubels präsentiert wurden, zu verbieten, um Diskriminierungen zu unterbinden.
Offenbar ist die Politisierung des Sports mittlerweile soweit gediehen, dass man es mit derlei Regelungen nicht mehr ganz so ernst nimmt. Sicherlich werden aber in Peking nur ganz bestimmte Slogans auf den Trikots erlaubt und die „persönlichen“ Message-Shirts zuvor in Mannschaftsstärke verteilt. Shirts, die den Anspruch des Dalai Lama auf die politische wie geistliche – mithin totale – Führerschaft über die Tibeter als mittelalterlich-archaisch, antiaufklärerisch und undemokratisch problematisieren, werden ganz bestimmt nicht über unsere Bildschirme flimmern.