Blog-Archiv

Matthias Heitmann  Klartext

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02.08.10

Der Rechte-Tsunami der UN

Was ist davon zu halten, dass die Vereinten Nationen den Anspruch auf den Zugang zu freien Märkte und zu reinem Wasser in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen haben? Nichts – und zwar aus mehreren Gründen.



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02.07.10

Lächerlich ernsthaft: Sportbekleidungs-Werbespot für ARD nicht dopingfeindlich genug

Sport ist die ernsteste Nebensache der Welt. Nicht nur, weil es um viel Geld geht, sondern auch, weil in anderen gesellschaftlichen Bereichen – wie etwa in Politik, Schulen und Kirchen – die Produktion von moralisch einwandfreien Vorbildern zum Erliegen gekommen ist. Wo es noch dazu so staatstragend zugeht wie in der ARD, da darf Sport nicht einfach nur Spaß machen oder mit ironischen Anspielungen arbeiten – auch nicht die dazugehörige Werbung.



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30.06.10

Nicht mehr alle Aschenbecher im Schrank!

„Das Rauchen zu Hause kann nicht verboten werden.“ Pünktlich zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai formulierte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, in dem gleichnamigen Interview mit der Welt diesen lapidaren Satz. Gut so, mag man als Leser, der die noch verbliebenen Reste seiner Privatsphäre zu schätzen weiß, meinen. Schließlich ist die Dame ja auch Mitglied der FDP, möchte man hinzufügen. Aber: „Auch liberale Politik kommt nicht ohne Verbote aus“, fügt Dyckmans hinzu, und schon erhält der eingangs zitierte, zunächst neutral erscheinende Aussagesatz eine Note des Bedauerns. Ganz offensichtlich hat die Dame recherchiert (oder recherchieren lassen): „Das [Rauchverbot in der eigenen Wohnung] ist weder mit dem Grundgesetz vereinbar, noch können wir es kontrollieren.

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28.06.10

Rauchfreier Bahnhof?

Samstagnachmittag, 17.30 Uhr, Köln Hauptbahnhof, Gleis 6. Nach einem anstrengenden Arbeitstag warte ich ausgelaugt und verschwitzt auf meinen Zug nach Hause. Neben mir auf den Schienen dampft und qualmt eine alte historische Dampflok vor sich hin – Baureihe und Baujahr habe ich mir nicht gemerkt, ich konnte ja nicht ahnen, hierüber später etwas zu schreiben.



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23.06.10

Reduktion des menschlichen CO2-Fußabdrucks durch … Laufen!

FUSS e.V. ist der Name eines Vereins, der sich nach seiner Selbstbeschreibung seit 25 Jahren dafür einsetzt, „dass die Fußgänger in der Öffentlichkeit nicht mehr ausschließlich als Unfallopfer wahrgenommen werden, sondern als die in den Städten am zahlreichsten vertretenen Verkehrsteilnehmer“. Die krisenbedingte Sparwut der öffentlichen Hand scheint der Verein dazu nutzen zu wollen, um seinem Anliegen Rückenwind zu verschaffen: „wenn wir unsere Mobilität nicht einschränken wollen, geht das nur, indem wir die kostengünstigen Verkehrsarten fördern“, heißt es in einer Pressemitteilung des selbst ernannten „Fachverbandes Fußverkehr Deutschland“ vom 19. Mai 2010.

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11.06.10

Kinderfreundliches Fernsehen = kein Fernsehen?

Ich gebe es zu: Als praktizierender Vater bin ich sehr dankbar dafür, dass es TV-Kanäle wie „KiKa“ und „Nickelodeon“ gibt. Sie bieten Kindern die Möglichkeit, einfach mal kurz abzuschalten und sich berieseln zu lassen – und den Eltern erlauben sie, mal kurz durchzuschnaufen oder ihre E-Mails zu checken.



Man kann ob der Qualität der auf diesen Sendern gezeigten Sendungen geteilter Meinung sein, doch nur hartgesottene und überpädagogische elterliche Spaßbremsen verweigern sich gänzlich der Nutzung dieses Angebots. Insbesondere an unangenehm kühlen oder verregneten Tagen kommt der Fernseher nach stundenlangem Toben in der Wohnung gerne zum Einsatz. Der 28.


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02.06.10

Köhler-Rücktritt: Die Politikverdrossenheit der Politik

Auf die Versteinerung der Parteien folgt nun deren Zerbröseln. Die Rücktritte von Köhler, Koch & Co. zeugen von dem Fehlen realistischer Handlungsperspektiven und klarer Strategien. Die politische Elite Deutschlands wird kaum die nötigen Kräfte mobilisieren können.



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31.05.10

Eurovision Song Contest: Europas Sehnsucht nach Unbekümmertheit

2005: Papst. 2006: Sommermärchen. 2010: Lena. Die deutsche Seele sucht Rettungsanker auf hoher See.



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26.05.10

WM 2010: Kein Sommermärchen im Jammerland

Wir erinnern uns: Vor vier Jahren sollte sich das Land an der Fußball-Weltmeisterschaft selbst aus dem Sumpf ziehen. Mit einer unwirklichen Hoffnung auf die eigene Gesundung binnen vier Wochen klammerte sich eine Nation an den letzten Stroh-, oder besser: Grashalm. Beinahe jedes Bundesministerium hatte seine eigene Öffentlichkeitskampagne, mit der versucht wurde, über das Thema Fußball Optimismus, positive Stimmung und einen konstruktiven Kontakt zur Bevölkerung herzustellen und auf den einzig verfügbaren Zug aufzuspringen, der eine gewisse positive Dynamik auszustrahlen vermochte. Positiv klingende Slogans wie „Land der Ideen“ oder auch das WM-Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ waren Ausdruck dieses Bemühens.

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13.05.10

Genfrei in der Zukunft

„Genfrei gehen“ ist das Motto von Joseph Wilhelm, Vorstand der Rapunzel Naturkost AG. Bereits im Sommer 2007 wanderte er als wandelnder Unterschriftensammler und mobile Mahnwache von Lübeck nach Lindau mit dem Ziel, „den Landwirtschaftspolitikern und der dahinterstehenden Gentechnik-Lobby die rote Karte“ zu zeigen. Hat wohl nicht geklappt. Drum war er im Sommer 2009 erneut auf Schusters Rappen unterwegs, diesmal jedoch von Ost nach West: von Berlin nach Brüssel. Wilhelms Einsicht nach der rund einmonatigen Wandertour: „Mensch muss sich selbst bewegen, um etwas (andere) in Bewegung zu bringen“(www.genfrei-gehen.de). Es soll Leute geben, die das schneller rausgefunden haben. Egal: Der Mann hat ja auch andere Qualitäten.

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26.04.10

Sollten wir Angst haben vor Außerirdischen?

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking warnt vor dem „Columbus-Effekt“ und „technisch überlegenen Zivilisationen“ im All: „Fortschrittlichen Aliens wären vielleicht Nomaden, die darauf aus sein könnten, was immer sie erreichen können, zu erobern und zu kolonisieren“, sagte Hawking nach Informationen der AFP in seiner neuen TV-Serie, die am Sonntag erstmals in den USA ausgestrahlt wurde. Kurz zuvor hatte er bei seinem Festvortrag zum 50. Jahrestag der Gründung der US-Weltraumbehörde Nasa, bei der es um „Visionen für die Zukunft der Raumfahrt“ ging, die Ansicht vertreten, wir seien wohl nicht allein im All: „Primitives Leben ist sehr weit verbreitet, intelligentes Leben eher selten.

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22.04.10

Piratenpartei: ändern oder kentern?

Als im Januar 1980 in Karlsruhe „Die Grünen“ gegründet wurden, trafen sich Öko-Freaks, Alt-Hippies, kommunistische Kader, Spontis, Anarchos und Landwirte, friedens- und umweltbewegte Stadtmenschen mit Vertretern rechts- und wertkonservativer Kleinstparteien. Obgleich enormen Zerreißproben ausgesetzt, wurde die Partei nur drei Jahre später in den Bundestag und in der Folge in das politische Establishment der Republik katapultiert. Heute, 30 Jahre später, haben die Grünen ihre einstige Dynamik verloren. Können die Piraten so etwas werden wie „die Grünen des 21. Jahrhunderts“? Und wäre dies überhaupt wünschenswert?



Weiter zum Artikel (erschienen in NovoArgumente Nr. 105, 3-4 2010) und zur Online-Debatte auf der Website von NovoArgumente gehts weiterlesen...




20.04.10

Katastrophaler Umgang

Verkehrte Welt: Während ein Vulkanausbruch wie ein entschleunigender Glücksfall wahrgenommen wird, nehmen in unserer Vorstellung tödliche Zwischenfälle im Krieg die Form von Naturkatastrophen an.



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25.03.10

Neuerscheinung "Mythos Doping"

"Mythos Doping" ist der Titel meines soeben im Parodos Verlag (http://www.parodos.de/) erschienenen neuen Buches. Es räumt auf 64 Seiten mit Vorurteilen und problematischem Halbwissen über “Doping” auf und setzt neue und unerwartete Akzente in der Debatte. Die Kernthese lautet:"Doping" ist ein Mythos. Nicht in den Sinne, dass die Verwendung leistungssteigernder Substanzen oder Trainingsmethoden nicht existieren würde. Aber insofern, als der Begriff ‘Doping’ ein Konstrukt darstellt, das weder die mit ihm in Verbindung gebrachten Praktiken sinnvoll zusammenfasst noch dazu geeignet ist, für die Gesellschaft sinnvolle Handlungsempfehlungen oder progressive moralische Leitlinien zu formulieren.

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10.02.10

Griechenland: Gefressen werden auf eigenen Wunsch

Mit Blick auf Griechenland kann einem angst und bange werden um die Demokratie in Europa. Athen hat jahrelang die Europäische Union über das tatsächliche Ausmaß seines Haushaltsdefizits getäuscht. Dass das Land nun wie eine „failed bank“ unter Zwangsverwaltung gestellt wird, sollte niemanden überraschen – erstaunlich ist eher, wie lange es dauerte. Mitleid kommt da nicht auf, schließlich wendet die EU die Regeln an, denen auch Griechenland einst zugestimmt hat. Fast hat es den Anschein, als habe man es im Angesicht der Krise geradezu darauf angelegt, entmündigt zu werden.



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02.02.10

Konsequente Klimaretter: Osamas al Ökoida

Spätestens jetzt müsste den Klimawandel-Apokalyptikern, insbesondere nach dem Klimagipfel im frostigen Kopenhagen, bewusst werden, wie minimalistisch ihre Forderungen zur Weltenrettung bislang ausgefallen sind. Anstatt sich über lächerliche Zwei-Grad-Ziele Gedanken zu machen, meldete sich al Qaida-Chef Osama bin Laden Ende Januar mit konkreten Vorschlägen zur Lösung des Klimaproblems zu Wort. Nachdem er die Industrienationen in mehrheitsfähiger Manier für Hunger, Verwüstungen und Überflutungen weltweit verantwortlich machte, forderte der bärtige Öko-Krieger unter Verzicht auf beinahe jede religiöse Rhetorik die klimabesorgte Welt dazu auf, US-amerikanische Produkte zu boykottieren und der Weltherrschaft des US-Dollars ein Ende zu setzen (Salah Nasrawi (AP): „Bin Laden blasts U.S.

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30.01.10

Schweinegrippe durch Fortschrittsgeilheit?

Im Vorfeld der Anhörung des Europarates zur Schweinegrippe am 2.2.2010 mehrten sich kritische Pressestimmen zum Umgang der Weltgesundheitsorganisation WHO mit der Grippe, die über mehrere Monate Schlagzeilen machte, sich aber letztlich als weitgehend ungefährlich herausstellte. Auch die taz wollte in einem am 25.1.10 unter dem Titel „Ich habe kein Vertrauen mehr“ veröffentlichten Interview (taz.de) mit dem Gesundheitsexperten Wolfgang Wodarg der Frage nachgehen, „warum die WHO bezüglich der Schweinegrippe aus einer Mücke einen Elefanten gemacht“ hatte. Viel aufschlussreicher als die Antworten des SPD-Politikers, der dem Unterausschuss Gesundheit der parlamentarischen Versammlung des Europarates vorsteht, waren aber die Fragen der Interviewerin Katja Schmidt.

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23.01.10

Kampf den Kohlenstoffeinheiten!

Manche Filme sollt man immer mal wieder sehen. Nicht, weil sie dadurch besser werden – im Gegenteil, alte Trickaufnahmen erscheinen angesichts fortschreitender Filmtechnik immer alberner –, sondern weil sich der gesellschaftliche Kontext, in dem man sie sieht, manchmal so stark verändert, dass sie neu wahrgenommen werden. „Star Trek: der Film“ aus dem Jahr 1979 ist ein solches Werk. Die Geschichte ist schnell erzählt: Im Jahr 2271 machen Kirk, Spock & Co. Bekanntschaft mit einem wolkenähnlichen Wesen, das eine Sonde auf die Enterprise entsendet, sich aller Computer bemächtigt und Daten herunterlädt.

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05.01.10

Das Leben ist klimaschädlich

Esst euren Hund – für den Klimaschutz! So lautet das Fazit der beiden neuseeländischen Autoren Brenda und Robert Vale, die den ökologischen Fußabdruck mehrerer Haustiere mit dem Energiebedarf von Autos und Elektrogeräten verglichen haben. In Ihrem Buch The Real Guide to Sustainable Living (Thames & Hudson, 2009, 384 S., EUR 15,95) attestieren die beiden auf nachhaltiges Wohnen spezialisierten Architekten unseren lieben Haustieren eine überraschend schlechte Umweltbilanz: So soll eine Dogge schädlicher sein als ein Geländewagen und ein Goldfisch etwa so belastend wie ein Mobiltelefon. Die beiden Autoren gehen bei ihren Berechnungen davon aus, dass ein mittelgroßer Hund im Jahr 164 Kilogramm Frischfleisch und 95 Kilogramm Getreideprodukte verspeist.

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05.01.10

Der (Pech)-Stein des Anstoßes

Der Anti-Doping-Lobby ist im Fall Pechstein ein großer Wurf gelungen. Bislang sahen sich die Verfechter eines dopingfreien Sports zuweilen mit der Tatsache konfrontiert, dass die Zusammenstellung der als verboten geltenden Substanzen und Methoden zur physischen Leistungssteigerung als unschlüssig, intransparent und für den Sportler kaum nachvollziehbar kritisiert wurde. Dennoch war diese von der Welt Anti-Doping Agentur WADA aufgestellte Positivliste das einzige Mittel, um Doping überhaupt nach außen als eine stimmige Kategorie und somit auch als einen rechtsrelevanten Tatbestand zu verkaufen. Nach dem CAS-Urteil gegen die deutsche Eisschnellläuferin Monika Pechstein vom November scheinen für die Anti-Doping-Krieger einfachere Zeiten anzubrechen. Denn mit der Positivliste müssen sie jetzt nicht mehr argumentieren.

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